Photovoltaik und Steuer – das musst Du wissen!

aktualisiert am: 03.05.2021


Wie behandelt das Finanzamt den Aspekt Photovoltaik (PV) und Steuer? Mit dieser Frage sehen sich viele Betreiber*innen einer netzgekoppelten Photovoltaikanlage konfrontiert. Der positive Effekt der PV-Anlagen ist unbestritten. Wie der BDEW in einem aktuellen Bericht darlegt, deckten PV-Anlagen im Jahr 2020 immerhin rund 9,4 % des deutschen Netto-Stromverbrauchs ab.

Die meisten PV-Anlagen in Deutschland sind netzgekoppelt und speisen den Solarstrom somit in das öffentliche Stromnetz ein. Für diese Leistung erhält der jeweilige Betreiber einer PV-Anlage eine Einspeisevergütung. Wir informieren Dich eingehend, welche Steuern anfallen können und was Du bei der Steuererklärung beachten solltest.

Steuerliche Behandlung einer Photovoltaikanlage

Als stolzer Besitzer einer netzgekoppelten Photovoltaikanlage bist Du nach Auffassung des Finanzamtes als Unternehmer tätig. Für den in das öffentliche Netz eingespeisten Strom erhältst Du eine Einspeisevergütung, die steuerrechtlich als Einnahme aus gewerblicher Tätigkeit gilt. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ist die Grundlage für diese Vergütung und garantiert den Erzeugern*innen feste Vergütungssätze. Die Höhe der Vergütung je Kilowattstunde ist abhängig von Größe und Art der Solaranlage, sowie vom Zeitpunkt der Inbetriebnahme. Welche Steuern erhoben werden, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Grundsätzlich musst Du in Bezug auf die PV-Anlage mit folgenden Steuerarten rechnen:

  • Einkommensteuer
  • Gewerbesteuer
  • Umsatzsteuer
  • Grunderwerbssteuer

Gewerbeanmeldung und Finanzamt – was Du beachten musst!

Die steuerliche Behandlung der Einspeisevergütung als gewerbliche Einnahmen verunsichert viele Anlagenbetreiberinnen und stellt sie vor die Frage, ob die Anmeldung eines Gewerbes notwendig ist. Dient der Solarstrom ausschließlich zur Deckung Deines Eigenbedarfs oder wird in geringem Umfang in das öffentliche Stromnetz eingespeist, ist in der Regel keine Gewerbeanmeldung erforderlich. Dies ist erst bei größeren Anlagen der Fall.

Muss ich für meine Photovoltaikanlage ein Gewerbe anmelden?

Laut § 138 AO ist bei Aufnahme einer gewerblichen Tätigkeit in der Regel eine Meldung an die zuständige Gemeinde erforderlich. Grundsätzlich solltest Du das Gewerbe innerhalb von vier Wochen angemeldet haben. Bei der Installation einer netzgekoppelten Photovoltaikanlage gehen jedoch die steuerliche und die gewerberechtliche Behandlung getrennte Wege. Nach dem Beschluss des Bund-Länder-Ausschusses für Gewerberecht ist für Dich keine Gewerbeanmeldung erforderlich, wenn die Photovoltaikanlage auf dem Dach Deines selbst genutzten Gebäudes betrieben wird. Wird die PV-Anlage jedoch auf einem fremd genutzten Gebäude installiert, führt kein Weg an der Anmeldung eines Gewerbes vorbei.

Die Empfehlung des Bund-Länder-Ausschusses für Gewerberecht ist somit eindeutig – als Privatperson musst Du kein Gewerbe anmelden, wenn Deine Photovoltaikanlage auf dem Dach Deines Einfamilienhauses installiert wird.

Photovoltaikanlage und Steuererklärung – unternehmerische Steuernummer beantragen

Durch die Einspeisung des Solarstroms erzielst Du Einnahmen, welche in Deiner Steuererklärung anzugeben sind. Als Unternehmer*in benötigst Du eine unternehmerische Steuernummer, die Dir auf Antrag vom Finanzamt zugeteilt wird. Die Behörde wird Dir einen Fragebogen zur steuerlichen Erfassung zusenden. Alternativ kannst Du dieses Formular ebenso wie die Photovoltaik Steuererklärung als Muster auf der Seite des Bundesfinanzministeriums einsehen, ausfüllen und übermitteln.

IHK und Photovoltaik – lohnt sich die Mitgliedschaft?

Wenn Du Deinen Solarstrom verkaufst und somit als Unternehmerin tätig bist, kannst Du eine Mitgliedschaft bei der IHK beantragen. Deine Mitgliedschaft ist – bis zu einem Jahresgewinn von mehr als 5.200 € – kostenfrei. Nach Deiner Registrierung erhältst Du Post von der örtlichen IHK und wirst aufgefordert deine relevanten Geschäftszahlen zu Deiner gewerblichen Tätigkeit mitzuteilen. Eine kostenlose IHK-Mitgliedschaft solltest Du dir nicht entgehen lassen, da Du auch ohne Zahlung eines Mitgliedsbeitrages von den Angeboten der IHK profitieren kannst.

Wann muss ich selbst erzeugten Solarstrom versteuern?

Als Privatperson musst Du in der Regel kein Gewerbe anmelden, dennoch führt kein Weg am Finanzamt vorbei. Gewerbesteuer musst Du jedoch nicht zahlen, diese fällt bei einem Gewerbe erst ab einem Gewinn von 24.500 € pro Jahr an. Wird ein Teil des erzeugten Solarstroms gegen Geld in das öffentliche Stromnetz eingespeist, giltst Du – nach Auffassung des Finanzamtes – als Unternehmer und bist dazu aufgefordert Photovoltaik-Steuer zu zahlen. Nutzt Du Deinen selbst erzeugten PV-Strom ausschließlich für den Eigenbedarf – wie beispielsweise bei Solar-Inselanlagen – ist Deine Anlage reine Privatangelegenheit und Du bist in diesem Fall von allen Steuerpflichten befreit.

Vergütung und Steuer – wann muss ich die Einkommensteuer abführen?

Laut den Vorgaben des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), hast Du, als Betreiberin einer kleineren Photovoltaikanlage, einen Anspruch auf Vergütung für die Einspeisung von Solarstrom in das öffentliche Stromnetz. Voraussetzung für diesen Anspruch ist, dass Du – spätestens einen Monat nach Inbetriebnahme der PV-Anlage – eine Meldung an die Bundesnetzagentur vorgenommen hast (siehe § 5 MaStRV). Zudem besteht, nach § 71 Abs. 1 EEG, die Pflicht zum jährlichen Nachweis über die eingespeiste Strommenge an den jeweiligen Netzbetreiber. Dieser vergütet Dir, für einen Zeitraum von 20 Jahren, jede eingespeiste Kilowattstunde zu einem festen Vergütungssatz (siehe § 19 Abs. 1 EEG sowie § 25 EEG).

Alternativ kannst Du Deinen überschüssigen Solarstrom auch an Freunde, Bekannte und/oder Nachbarn verkaufen – ohne Nutzung des öffentlichen Stromnetzes. Versorgst Du beispielsweise die Mieter Deines Hauses mit Strom, kannst Du laut § 21 Abs. 3 EEG zusätzlich den Mieterstromzuschlag beantragen. Eine weitere Möglichkeit den von Dir erzeugten Strom gewinnbringend zu veräußern, ist die Beauftragung eines Vermarkters, der den Solarstrom weiterverkauft. Dies wird vom Gesetzgeber mit einer Marktprämie gefördert (siehe § 20 EEG). Wenn Du Strom direkt an Verbraucher*innen lieferst, bist Du als Energieversorger tätig und musst zusätzlich rechtliche Pflichten beachten, wie beispielsweise die EEG-Umlage, die Du für jede gelieferte Kilowattstunde abliefern musst.

Einkommensteuer auf Erlöse

Wenn Du Einnahmen durch den Verkauf von Solarstrom verzeichnest und somit Gewinne erzielst, bist Du grundsätzlich zur Entrichtung der Einkommensteuer verpflichtet. Als Besitzer*in einer gewerblichen Photovoltaikanlage hast Du eine jährliche Steuererklärung einzureichen und neben Einkünften, wie Gehalt oder Rente, auch Einnahmen aus Photovoltaik anzugeben. Wie hoch Deine Einkommensteuer ist, hängt von der Höhe Deiner Einnahmen ab.

Bei Jahreseinkünften bis 9.000 € fällt grundsätzlich keine Einkommensteuer an – diese Freibetragsgrenze verdoppelt sich bei Zusammenveranlagung von Ehepaaren und Lebenspartnerschaften. Je nach Höhe der Einkommensteuer kann das Finanzamt auch eine Vorauszahlung festsetzen, die Du jeweils vierteljährlich zum 10. März, 10. Juni, 10. September, sowie zum 10. Dezember eines Jahres zahlen musst. Diese Vorauszahlungen werden bei Deiner Einkommensteuererklärung mit der Jahressteuerschuld verrechnet.

Muss ich den Eigenverbrauch versteuern?

In der Steuererklärung gibst Du den Gewinn oder Verlust an, der sich aus dem Betrieb der Photovoltaikanlage ergibt. Diese Erlöse werden steuerrechtlich als Einkünfte aus Gewerbebetrieb behandelt und müssen somit entsprechend ermittelt werden. Dazu stellst Du die Einnahmen den Betriebsausgaben gegenüber und erhältst abschließend einen Unterschiedsbetrag, der als Gewinn oder Verlust für die Steuererklärung relevant ist.

Zu den Betriebseinnahmen gehören folgende Posten (jeweils inkl. Umsatzsteuer):

  • Vergütungen des Netzbetreibers
  • erhaltene Zuschüsse
  • Ihr Selbstverbrauch

Auf der Seite der Betriebsausgaben stehen:

  • jährliche Abschreibungen (pro Jahr meist 5 % der Anschaffungskosten)
  • laufende Betriebskosten
  • Versicherungsbeiträge
  • Zinsen für Kredite
  • Wartungs- und Reparaturkosten

Wie wird der Eigenverbrauch meiner Photovoltaikanlage berechnet?

Steuerrechtlich wird der Eigenverbrauch des Solarstroms als Entnahme von Betriebsvermögen betrachtet und muss daher bei der Gewinnermittlung berücksichtigt werden. Für die Berechnung des relevanten Wertes gibt es unterschiedliche Möglichkeiten:

  • Pauschale Eigenverbrauch-Ermittlung:
    Bei dieser Variante wird ein pauschaler Betrag (20 Cent je Kilowattstunde) angesetzt. Diese Berechnung hat den eindeutigen Vorteil, dass kein hoher Rechercheaufwand erforderlich ist.
  • Wiederbeschaffungswert ansetzen:
    Hier werden die tatsächlichen Kosten je Kilowattstunde angesetzt, die Du an den Energieversorger zahlen müsstest, wenn Du keinen Solarstrom erzeugen würdest. Im Vergleich zur pauschalen Eigenverbrauchsermittlung, ist diese Variante aufwendiger, aber aus finanzieller Sicht in der Regel deutlich vorteilhafter.
  • Eigenverbrauch anhand Herstellungskosten berechnen:
    Es werden die Betriebsausgaben inklusive Abschreibung und Zinsen bei Finanzierung sowie der prozentuale Anteil Deines Eigenverbrauchs ermittelt.

Wann muss ich Umsatzsteuer zahlen?

Die Einkünfte für die Einspeisung des Solarstroms in das öffentliche Stromnetz unterliegen grundsätzlich der Umsatzsteuer. Im Gegensatz zur Einkommensteuer ist hier unerheblich, ob Du Gewinn oder Verlust erzielst – die Umsatzsteuer muss in jedem Fall gezahlt werden.

Nach Inbetriebnahme Deiner Photovoltaikanlage musst Du jeden Monat eine Umsatzsteuervoranmeldung an das Finanzamt übermitteln. Ein Muster für diese Umsatzsteuererklärung Photovoltaik ist online über ELSTER nutzbar. Aus diesen Meldungen ergeben sich Steuerforderungen, die Du bis zum 10. des Folgemonats zu entrichten hast.

Bei verspäteter Zahlung verlangt das Finanzamt in der Regel Verspätungszuschläge. In den folgenden Jahren kann das Finanzamt längere Abgabezeiträume festlegen, dies hängt in erster Linie von den erzielten Umsätzen ab. So ist es beispielsweise bei einer Jahresumsatzsteuer von weniger als 1.000 € in der Regel ausreichend, wenn Du die Umsatzsteuererklärung bis zum 31. Mai des Folgejahres abgibst.

Was ist die Kleinunternehmerregelung?

Die regelmäßige Umsatzsteuer Voranmeldung ist ohne Zweifel mit erhöhtem Aufwand verbunden. Dies kannst Du unter bestimmten Voraussetzungen umgehen und Dich mit Verweis auf die Kleinunternehmerregelung von der Umsatzsteuerpflicht befreien lassen. Wenn Du dich für diesen Weg entscheidest, musst Du laut § 19 Abs. 1 UStG keine Umsatzsteuer abführen und umgehst somit den Aufwand für die Umsatzsteuererklärungen. Allerdings kannst Du in diesem Fall auch den Vorsteuerabzug nicht mehr beanspruchen und erhältst somit die gezahlte Mehrwertsteuer – die Du für die Anschaffung und Installation der PV-Anlage entrichtet hast – nicht zurück.

Wechsel zum Status des Kleinunternehmers

Wenn Du Dich gegen die Anwendung der Kleinunternehmerregelung entscheidest, musst Du ab Inbetriebnahme der Anlage für den verkauften, sowie den selbst verbrauchten Strom Umsatzsteuer in Höhe von 19 % abführen. Laut § 19 Abs. 2 UStG gilt diese Regelung zunächst für fünf Jahre, ein Wechsel zum Status des Kleinunternehmers ist erst nach Ablauf dieser Frist möglich. Ein Statuswechsel kann immer nur zum 1. Januar eines Jahres nach Ablauf der Frist erfolgen. Dieser Wechsel ist jedoch nur möglich, wenn Du im Vorjahr einen Umsatz von maximal 17.500 € erzielt hast und die Einnahmen des laufenden Kalenderjahr die 50.000 € Marke nicht überschreiten werden.

Im Einzelfall kann es vorteilhafter sein, wenn Du ein weiteres Jahr mit dem Wechsel zum Kleinunternehmerstatus wartest, damit für bereits geltend gemachte Vorsteuer keine Rückforderung erfolgt. So kann das Finanzamt bei einer Aufdachanlage den gewährten Vorsteuerabzug für einen Zeitraum von bis zu sechs Jahren berichtigen, bei einer Indachanlage ist eine Berichtigung für bis zu elf Jahre möglich.

Wann lohnt sich ein Wechsel der Besteuerungsvariante nicht?

Erfolgte die Inbetriebnahme Deiner Anlage zwischen Januar 2009 und März 2012 und haben Sie Ihren Strom seither selbst verbraucht, kann ein Wechsel zum Kleinunternehmerstatus nicht sinnvoll sein. Dies betrifft in Deutschland immerhin rund 100.000 PV-Betreiber, die laut § 33 Abs. 2 EEG 2009 Anspruch auf Vergütung für jede selbstgenutzte Kilowattstunde haben.

Dem Netzbetreiber wird der selbstgenutzte Strom in diesem Fall zusammen mit dem eingespeisten Solarstrom in Rechnung gestellt. Anschließend kaufen Sie den Eigenverbrauch wieder zurück. Der Preis ergibt sich aus der Differenz von Vergütung für eingespeisten Solarstrom und dem Eigenverbrauch. Zum Rechnungsbetrag wird zusätzlich noch die Umsatzsteuer aufgeschlagen. Diese kannst Du jedoch nicht geltend machen, da der Strom von Dir privat genutzt wurde.

Wenn Du nun zum Kleinunternehmerstatus wechseln möchtest, entfällt diese Steuer ebenfalls nicht. Du musst unabhängig von einem Statuswechsel weiterhin die Umsatzsteuer auf den Eigenverbrauch zahlen, weshalb sich ein Statuswechsel in diesem Fall nicht lohnt.

Wenn Du auf den Kleinunternehmerstatus verzichtest, musst Du jährlich eine Umsatzsteuererklärung abgeben. Der Aufwand ist vergleichsweise gering, diese Variante bietet jedoch den Vorteil, dass Du zur Geltendmachung der Vorsteuer berechtigt bist. Somit kannst Du die Mehrwertsteuer, die Du für Planung, Kauf und Installation der Photovoltaikanlage gezahlt hast, mit der fälligen Umsatzsteuer verrechnen. Auch die Mehrwertsteuer für laufende Kosten ist relevant, beispielsweise für Kosten wie Wartung, Anlagenüberwachung oder Steuerberater.

Was ist die Vorsteuererstattung?

Der Begriff Vorsteuer wird für die Umsatzsteuer verwendet, die Unternehmen beim Einkauf von Dienstleistungen oder Waren zahlen müssen. Dieser Betrag wird auf Rechnungen separat ausgewiesen. Ein Unternehmer ist zum Vorsteuerabzug berechtigt und kann die geleisteten Vorsteuerzahlungen mit der fälligen Umsatzsteuer aus Verkäufen verrechnen. Ergibt sich eine Umsatzsteuerzahllast, musst Du den Differenzbetrag an das Finanzamt abgeführen Wenn die geleistete Vorsteuer die vereinnahmte Umsatzsteuer jedoch übersteigt, ergibt sich ein Vorsteuerüberhang und das Finanzamt erstattet Dir den Differenzbetrag.

Wie werden die Steuern abgeführt?

Als Unternehmerin bist Du zur Abgabe einer jährlichen Steuererklärung verpflichtet, die seit dem Jahr 2017 nur noch per elektronischer Übermittlung erfolgen kann. Eine Abgabe sollte immer spätestens bis zum 31. Juli des Folgejahres erfolgen, da andernfalls hohe Verzugsgebühren anfallen. Die erforderlichen Vordrucke für die Steuererklärungen finden Sie im Elster-Portal der Finanzverwaltung.

In der Einkommensteuererklärung müssen alle Einkünfte angegeben werden, dazu zählen beispielsweise:

  • Gehalt
  • Einkünfte aus freiberuflicher Tätigkeit
  • gewerbliche Einnahmen
  • Mieteinnahmen
  • etc.

Die Vergütung für den eingespeisten Solarstrom Deiner PV-Anlage wird in der Anlage G als gewerbliche Einnahmen aufgeführt. Bei Gewinnermittlung werden alle Einnahmen und Ausgaben zur gewerblichen Tätigkeit aufgeschlüsselt, in der Regel ist lediglich eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) erforderlich. Wenn Du auf den Kleinunternehmerstatus verzichtet hast, ist zusätzlich eine Umsatzsteuererklärung (USt) erforderlich, in der Du Deine Nettoeinkünfte, sowie die geleisteten Vorsteuerbeträge auflistest.

In den ersten beiden Jahren ist zudem eine monatliche Vorsteueranmeldung erforderlich, dieses Formular ist ebenfalls im Elster-Portal hinterlegt. Ab dem dritten Jahr ist nur noch eine jährliche Meldung erforderlich.

Abschreibung berücksichtigen

Wenn Du die EÜR erstellst, musst Du zusätzlich den Wertverlust Deiner Anlage berücksichtigen. Die Abschreibungen werden folgendermaßen ermittelt:

Netto-Investition / Anzahl der Betriebsjahre (20 Jahre) = Abschreibungswert

Den ermittelten Wert tragen Sie nun jedes Jahr als Absetzung für Abnutzung (AfA) in die EÜR ein.

Was muss ich bei Stromspeichern für Solarstrom steuerlich beachten?

Wenn Du neben der Photovoltaikanlage zeitgleich einen Batteriespeicher angeschafft hast, ist die Anwendung der Kleinunternehmerregelung nicht empfehlenswert. Beide Komponenten zählen in diesem Fall aus steuerrechtlicher Sicht zu einem System, wenn Du Strom in das öffentliche Stromnetz einspeist und somit ein Gewerbe betreibst.

Für die Anschaffung eines kleinen Photovoltaikspeichers werden hohe Kosten im vierstelligen Bereich fällig und entsprechend erhöhen sich Deine Investitionskosten. Dies bedeutet, dass auch die Vorsteuer sehr hoch ist und meist die fällige Umsatzsteuer auf den selbst verbrauchten Strom deutlich übersteigt. Wähle in diesem Fall zunächst die Regelbesteuerung und wäge – nach Ablauf der fünfjährigen Frist ab – ob sich ein Wechsel in den Kleinunternehmerstatus lohnt.

Risiko Speicherverlust?

Wenn Du auf den Kleinunternehmerstatus verzichtet hast und Deine Photovoltaikanlage gewerblich nutzt, ist auf selbst verbrauchten Strom eine Umsatzsteuer zu entrichten. Zur Ermittlung des Eigenverbrauchs wird die Menge des eingespeisten Stroms von der gesamten Strommenge abgezogen. Bei Nutzung eines Stromspeichers können Speicherverluste zustande kommen, welche nach dieser Berechnung ebenfalls als Eigenverbrauch gelten und somit der Umsatzsteuer unterliegen.

Wird der gewerblich erzeugte Strom nicht zur Selbstversorgung genutzt, liegt auch keine unternehmensfremde Verwendung des Stroms vor. Nach Auffassung des Bayerischen Landesamts für Steuern muss daher für den entstandenen Speicherverlust keine Umsatzsteuer gezahlt werden.

Fazit

Für Besitzer einer netzgekoppelten Photovoltaikanlage ist das Thema Steuern ein sehr wichtiger Aspekt und sollte bereits in der Planungsphase berücksichtigt werden. Auch wenn das Finanzamt Dich als Gewerbetreibenden ansieht, ist eine Gewerbeanmeldung meist nicht erforderlich. Mit den richtigen Informationen bist Du optimal vorbereitet, wenn die nächste Steuererklärung ansteht. Angst vor horrenden Steuernachzahlungen und hohem bürokratischen Aufwand musst Du somit nicht haben.

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