Elektroauto Zuhause laden – Kosten, Möglichkeiten und Vorteile

Elektroautos werden immer beliebter. Dennoch ist die Lade-Infrastruktur in Deutschland noch immer nur unzureichend ausgebaut. Wer sich ein Elektrofahrzeug zulegt und nicht gerade eine Ladestation vor der Tür hat, sollte auch Zuhause über die entsprechenden Lademöglichkeiten verfügen. Eine passend dimensionierte Wallbox beschleunigt nicht nur das Aufladen, sondern kann sogar per Photovoltaik mit Strom versorgt werden. Somit wird das Elektroauto nicht nur noch ökologischer, sondern auch im Betrieb noch günstiger. Wir haben für Sie die wichtigsten Fakten rund um die eigene Ladestation für Ihr Elektrofahrzeug einmal umfassend und übersichtlich zusammengefasst.

Wie kann ich mein Elektroauto zuhause laden?

Die Akkus bei Elektroautos sind fest verbaut. Somit muss eine Lademöglichkeit am Standort des Fahrzeugs geschaffen werden. Das Elektroauto Zuhause zu laden funktioniert also nur dann, wenn Sie über eine Garage oder über einen geschützten Carport verfügen.

Wie funktioniert der Ladevorgang?

Das Fahrzeug wird über den entsprechenden Stecker mit der Wallbox verbunden. Diese lädt nun mit der voreingestellten Leistung den Akku des Fahrzeuges auf und beendet den Ladevorgang, wenn der maximale Ladestand des Akkus erreicht ist. Je nach Leistung der Wallbox kann der Ladevorgang unterschiedlich lange dauern.

Wie lange dauert das Laden?

Die Dauer des Ladevorgangs hängt von der Leistung der Wallbox und der Ladekapazität des Elektroautos ab. Der ADAC hat dies in einem Beispiel übersichtlich dargestellt:

Als Beispiel wurde ein Elektrofahrzeug mit einem 30-kW-Akku genutzt.

  • 3,7-kW-Wallbox (230 V, einphasig, 16 A) – 10 Stunden Ladedauer.
  • 11-kW-Wallbox (400 V, dreiphasig, 16 A) – 3 Stunden Ladedauer.
  • 22-kW-Wallbox (400 V, dreiphasig, 32 A) – 90 Minuten Ladedauer.

Je größer also die Akku-Kapazität, umso stärker profitieren Sie von einer Wallbox mit einer größeren Leistung.

Laden per Haushaltssteckdose oder per Wallbox?

In der Regel können praktisch alle Elektrofahrzeuge auch an einer normalen Haushaltssteckdose aufgeladen werden. Dennoch raten wir davon ab, außer im Notfall, das Fahrzeug so aufzuladen, denn Sie müssen mit einem sehr langen Ladevorgang rechnen. 

Während die Ladung mit einer Wallbox zwischen drei Stunden und 90 Minuten dauern kann, liegt die Ladedauer über die Haushaltssteckdose bei meist über acht Stunden Dauer. 

Darüber hinaus sind die Leitungen einer Haushaltssteckdose auf diese Belastungen nicht ausgelegt. Es kann also zu Überhitzungen und im schlimmsten Fall zu einem Feuer kommen. Daher sollten Sie auf die Nutzung einer Haushaltssteckdose in der Regel besser verzichten.

Welche Steckersysteme gibt es?

Am europäischen Automarkt haben sich vor allem die Typ-2-Stecker etabliert. Diese erlauben nicht nur eine Schnellladung des Fahrzeugs, sondern können auch mit Leistungen von bis zu 43 kW betrieben werden.

Ältere Fahrzeuge und vor allem auch Fahrzeuge aus Japan und den USA arbeiten vornehmlich mit den Typ-1-Steckern. Diese können keine Schnellladung bieten und sind auch nur für Leistungen bis maximal 7,4 kW ausgelegt. Vor allem auf dem asiatischen Markt gibt es noch weitere Stecker-Typen, welche jedoch eher zu den Exoten gehören. Im Optimalfall wählen Sie eine Wallbox ohne festgelegten Steckertypus, um möglichst flexibel zu bleiben.

Welches Modell ist für mich geeignet?

Die Auswahl der passenden Wallbox hängt unter anderem von dem Steckersystem und der Akkukapazität Ihres Elektroautos zusammen. Auch wenn aufgrund der sehr kurzen Ladezeiten viele Nutzer die 22 kW-Wallboxen bevorzugen, raten wir eher zu einem 11-kW-Modell.

Denn bei den 22-kW-Wallboxen müssen die Stromanbieter häufig Veränderungen an der Kabel-Infrastruktur vornehmen, welche Sie Ihnen in Teilen in Rechnung stellen. So wird die Installation schnell einige tausend Euro teurer. Eine gute 11-KW-Wallbox kann einphasig mit 3,7 kW, zweiphasig mit 7,4 kW und dreiphasig mit 11 kW laden und somit die Ladeleistung optimal an das Fahrzeug und den aktuellen Strombedarf anpassen.

Worauf ist beim Kauf der Ladestation zu achten?

Wenn Sie eine Wallbox kaufen, sollte diese nicht nur zu Ihrem Fahrzeug passen, sondern nach Möglichkeit mit vielen Systemen kompatibel sein. Achten Sie vor allem darauf, dass die Wallbox mit Steckern der Typen 1 und 2 kompatibel ist. Zudem sollte auch die Ladeleistung passen.

Die Kabellänge spielt eine wichtige Rolle

Viele Fahrzeughersteller geben bei ihren Elektrofahrzeugen eine bestimmte Länge der Ladekabel an, welche verwendet werden sollen und dürfen. Das bedeutet, dass Sie die Wallbox so installieren sollten, dass Sie von dort mit wenig Abstand Ihr Fahrzeug erreichen. 

Bedenken Sie dabei, dass verschiedene Elektrofahrzeuge unterschiedliche Positionen für die Ladestecker aufweisen. Wenn Sie sich ein neues Elektroauto kaufen, kann der Stecker also an einer anderen Position liegen. Eine zentrale Montage der Wallbox ist entsprechend wichtig.

Verschiedene Funktionen bei einer Wallbox

Eine moderne Wallbox bietet verschiedene Funktionen. So bieten viele Anbieter eigene Smartphone-Apps an, über welche die Wallbox gesteuert werden kann. So können Sie bequem den Ladevorgang starten, überwachen und beenden und erhalten zusätzliche Informationen über die App. Unter anderem den gesamten Stromverbrauch, die damit verbundenen Kosten und viele weitere Informationen. Zusätzlich verfügen die meisten Wallboxen auch über ein Display direkt an der Box, über welches der Ladevorgang ebenfalls gesteuert und überwacht werden kann.

Eignet sich mein Haus für die Wallbox?

Grundsätzlich eigenen sich die meisten Einfamilienhäuser für eine Wallbox, sofern Sie über eine eigene Garage oder zumindest einen geschützten Carport verfügen. Allerdings spielt auch der Abstand zum Sicherungskasten eine wichtige Rolle, da die Wallbox direkt mit diesem verbunden werden muss. Ist der Abstand sehr groß, können bei der Installation höhere Kosten entstehen, da die Kabel entsprechend umfangreich durch die verschiedenen Wände geführt werden müssen.

Wallbox im Mietverhältnis

Selbstverständlich können Sie auch als Mieter eine Wallbox installieren und nutzen. Allerdings müssen Sie sich immer die Genehmigung des Vermieters einholen, da es sich hierbei um eine bauliche Veränderung handelt. Zudem kann der Vermieter bestimmte Auflagen machen, kann sich aber auch, da es sich um eine Wertsteigerung handelt, an der Wallbox beteiligen. Es hängt also maßgeblich vom Vermieter ab, wie und in welchem Ausmaß eine Wallbox für Sie installierbar ist.

Wallboxen in Kombination mit einer Eigentumswohnung

Schwierig wird es hingegen bei einer Eigentumswohnung und einer gemeinsam genutzten Garage. Auch hier ist die Installation einer Wallbox problemlos möglich. Allerdings sollten Sie zum einen einen eigenen Stromzähler verbauen lassen, damit der Strom nicht von der Mieter-Gemeinschaft bezahlt wird. Auf der anderen Seite müssen alle Eigentümer der Wohnungseigentümergemeinschaft einer solchen Installation zustimmen. Hier kann es durchaus zu Problemen kommen, wenn Eigentümer sich gegen eine Wallbox aussprechen.

Wie funktioniert die Installation einer Wallbox?

Eine Wallbox wird an einer freien Wand angebracht, welche möglichst nah am Fahrzeug gelegen ist. Die Wallbox muss dabei über spezielle Kabel mit dem Sicherungskasten und somit dem Hausanschluss verbunden werden. Dies ist wichtig, da es sich um eine Starkstrom-Installation handelt.

Wer installiert die Wallbox?

Eine Wallbox sollte immer von einer spezialisierten Fachfirma installiert werden. Denn die korrekte Verkabelung und die fachgerechte Kabelführung sind aufgrund der großen Strommengen, welche durch die Leitungen fließen, von besonderer Bedeutung. Jede Fachfirma für Elektroinstallationen ist für diese Aufgabe bestens geeignet.

Selbst installieren? Keine gute Idee!

Sie sollten nicht auf die Idee kommen, Geld zu sparen, indem Sie die Wallbox selbst installieren. Zum einen handelt es sich um Installationsmaßnahmen an einem Starkstrom-Anschluss, sodass hier echte Lebensgefahr besteht. Zum anderen kann es bei Fehlern schnell zu Bränden oder anderen Schäden kommen. Wurde die Installation nicht von einem Fachbetrieb durchgeführt, weigern sich die meisten Versicherungen die Schäden zu begleichen.

Was ist Wallbox-Sharing?

Beim Wallbox-Sharing geben Sie anderen Besitzern von Elektrofahrzeugen die Möglichkeit, das Fahrzeug an Ihrer Wallbox zu laden, wenn diese nicht in Gebrauch ist. Sie können den Preis dabei frei bestimmen und somit die Nutzung der Wallbox noch rentabler gestalten.

Welche Vorteile bietet das Sharing?

Zum einen verbessern Sie durch das Sharing aktiv die Lade-Infrastruktur in Deutschland, da eine weitere Ladesäule zur Verfügung gestellt wird. Zum anderen profitieren Sie auch finanziell von diesem Modell, da Sie einen Gewinn erwirtschaften können. Dieser ist nach Abzug der Steuer zwar gering, aber dennoch vorhanden und hilft die Investitionskosten der Wallbox auszugleichen.

Photovoltaik: Wallbox mit Energiemanager

Die Kombination aus Photovoltaikanlage und Wallbox wird immer beliebter. Allerdings muss die Wallbox über einen Energiemanager verfügen, welcher die Nutzung des Stroms steuert. Zudem ist eine solche Kombination vor allem mit einem eigenen Stromspeicher sinnvoll, da nur wenige Menschen ihre Autos tagsüber laden. 

Ökologisch die sinnvollste Lösung

Ökologisch ist die Kombination von Photovoltaik und Elektroauto enorm sinnvoll. Schließlich erzeugen Sie klimaneutral Energie, welche Sie mit Ihrem Fahrzeug nutzen können. Somit wird das Elektrofahrzeug sogar noch umweltfreundlicher und für Sie attraktiver.

Höhere Investitionskosten bedenken

Keine Angst vor den höheren Investitionskosten. Denn diese amortisieren sich durch den höheren Eigenverbrauch des erzeugten Stroms deutlich schneller. Zudem erzielen Sie mit einer PV-Anlage eine Rendite, sodass sich die Anschaffung in jedem Fall für Sie rentiert.

Was sagt der ADAC-Test?

Der ADAC hat insgesamt 12 verschiedene Wallboxen getestet. Von diesen erreichten nur die Hälfte eine Bewertung unter 2.0. Die meisten der anderen Wallboxen fielen vor allem durch starke Sicherheitsmängel auf. Die Testsieger:

Bis 4,6 kW: 

  • Keba KeContact P30: Note 1,3. 
  • Wallbe Eco 2.0: Note 1,7

11 kW:

  • ABL eMH1: Note 1,0
  • Innogy eBox: Note 1,6
  • Schneider Electric EVlink: Note 1,8

22 kw:

  • Mennekes Amtron Xtra 22 C2: Note 1,4

Wir selbst haben sehr gute Erfahrungen mit der Keba KeContact P30 b-series gemacht und bieten diese auch unseren Kunden an. Sprechen Sie uns dazu gern im Beratungsgespräch an. Sie erreichen uns telefonisch werktags von 8-20 Uhr.

Was sind die Kosten und welche Boni gibt es?

Die Kosten der Wallboxen rangieren zwischen 500 und einigen tausend Euro. Zusätzlich zu den Anschaffungskosten müssen auch die Installationskosten beachtet werden. Auch diese können schnell teuer werden, wenn viele Wände zwischen Wallbox und Sicherungskasten durchbrochen werden müssen.

Allerdings gibt es auch lokale Förderungen für die Anschaffung von Wallboxen. Die Anzahl dieser Förderungen steigt in den letzten Jahren deutlich an. Informieren Sie sich am besten in Ihrer Heimatstadt, ob eine Förderung für eine Wallbox angeboten wird.

Verschiedene Anbieter von Wallboxen

Wallboxen werden nicht nur in großen Elektrofachmärkten angeboten, sondern auch von vielen Fahrzeugherstellern. Es rentiert sich durchaus, die verschiedenen Angebote zu vergleichen und somit das beste Preis-Leistungsverhältnis zu finden.

Welche Alternativen zur Wallbox gibt es?

Da eine normale Haushaltssteckdose nicht dauerhaft in Frage kommt, können Sie alternativ das Fahrzeug an den verschiedenen Ladesäulen aufladen, wenn sich solche in Ihrer unmittelbaren Nähe befinden. Allerdings müssen Sie dafür die Ladezeiten mit einkalkulieren, da Sie die Ladestationen nicht dauerhaft belegen dürfen.

Das Elektroauto unterwegs aufladen

Nicht immer reicht die Akkuladung aus, um bequem in den eigenen vier Wänden das Auto zu laden. Vor allem bei langen Touren müssen Sie häufig auf die vorhandene Lade-Infrastruktur zurückgreifen. Das kann allerdings schnell zu Problemen führen. Nicht nur, weil die Abdeckung in Deutschland noch sehr gering ist, sondern auch wegen der Vielzahl der Anbieter.

Hohe Preise einkalkulieren

Bedenken Sie in jedem Fall, dass die Anbieter der Lade-Infrastruktur diese nicht aus purer Freundlichkeit bereitstellen. Sie müssen also damit rechnen, dass Sie einen deutlich höheren Preis für die Aufladung des Fahrzeugs bezahlen müssen. Es ist somit allein schon wirtschaftlich enorm von Vorteil, wenn Sie Ihr Elektroauto in den eigenen vier Wänden aufladen können. Selbst die Kosten für die notwendige Technik amortisieren sich somit im Laufe der Zeit deutlich.

Verschiedene Systeme, Apps und Zugänge

Zudem fehlt es in Deutschland aktuell noch an geltenden allgemeinen Standards. Das bedeutet, dass Sie für die unterschiedlichen Ladestationen häufig viele verschiedene Zugänge, Apps oder Karten benötigen, um sicher das Fahrzeug an jeder zur Verfügung stehenden Ladestation überhaupt aufladen zu können. Das ist nicht nur anstrengend, sondern kann auch schnell ärgerlich werden, wenn Sie sich mit leerem Akku an eine Ladestation schleppen und dort feststellen, dass Sie sich zunächst für den Anbieter registrieren müssen, ehe Sie Ihr Fahrzeug aufladen können.

Fazit:

Eine eigene Wallbox ist eine sinnvolle Investition bei einem Elektrofahrzeug. Besonders effizient und sparsam ist natürlich die Kombination aus einer Photovoltaik-Anlage und einer entsprechenden Wallbox mit Energiemanagementsystem. So können Sie den Strom für Ihr Fahrzeug selbst erzeugen und somit gleich mehrfach profitieren. Sie entlasten zum einen die Umwelt, da Sie keinen Strom aus dem in Deutschland üblichen Energiemix beziehen und sparen zudem noch bares Geld, da der selbst erzeugte Strom günstiger ist. Selbst die höheren Investitionskosten einer solchen Anlage fallen dabei nicht ins Gewicht, da Sie auch im Alltag die eigenen Stromkosten signifikant reduzieren.

Achten Sie bei der Anschaffung der Wallbox in jedem Fall auf einen bekannten und namhaften Hersteller. Zudem sollte die Installation der Wallbox nur durch ein zertifiziertes Fachunternehmen erfolgen. Somit sind Sie auch versicherungstechnisch auf der sicheren Seite.

Gerne planen und bauen wir Ihre Photovoltaikanlage und fügen dieser bei Installation eine Wallbox hinzu. Unsere Solar-Berater berücksichtigen den damit verbundenen höheren Stromverbrauch und finden die für Sie optimale Lösung. Für eine Beratung buchen Sie sich gern bequem online einen Termin über die Website oder rufen Sie uns an!

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