Einspeisevergütung: Vergütung für Solaranlagenbetreiber

Personen, die sich eine eigene Photovoltaikanlage anschaffen möchten, tun dies aus verschiedenen Gründen. Viele möchten einen Beitrag zum Schutz der Umwelt und des Klimas leisten, Strom selbst erzeugen und somit Geld sparen.
Als vor fünfzehn Jahren die Einspeisevergütung Spitzenwerte von über 50 Cent pro kWh bot, konnte man mit einer eigenen PV-Anlage auf dem Dach sogar gute Gewinne erzielen. Es war sogar profitabler, den selbsterzeugten Strom zu verkaufen und weiterhin den damals günstigeren Strom vom Stromanbieter zu beziehen. Dieser Sachverhalt war wahrscheinlich für einige gefuchste PV-Pioniere der größte Anreiz, eine Photovoltaikanlage aufs Dach zu montieren.
Die Zeiten ändern sich. Zum einen ist die Technik günstiger geworden, zum anderen ist aber auch die Einspeisevergütung gesunken. Es ist nun also lohnender, den selbst produzierten Strom zu verbrauchen, als ihn zu verkaufen.
Aber es gibt sie noch, diese Vergütung und im folgenden Artikel haben wir alle Informationen dazu gebündelt, die für Sie von Interesse sein dürften.

Was versteht man unter der Einspeisevergütung?

Es handelt sich hierbei um eine Vergütung für den Strom, den der Betreiber einer Photovoltaikanlage, einer Windkraftanlage, einer Wasserkraftanlage oder einer Geothermieanlage in das öffentliche Stromnetz einspeist. Die Chancen stehen gut, dass ein Betreiber eine Einspeisevergütung erhält, denn nur in wenigen Fällen wird er allen Strom, den er mit seiner Anlage erzeugt, allein verbrauchen.

Der Gesetzgeber hat die Einspeisevergütung im Jahr 2000 mit dem Ziel eingeführt, alternative Energien auf dem Markt zu etablieren, die ohne Unterstützung noch nicht konkurrenzfähig sind. Sie wird ab dem Monat gewährt, in dem die Anlage in Betrieb genommen wird und gilt für 20 Jahre. Im Allgemeinen sinkt sie kontinuierlich. Dieser Prozess wird Degression genannt.

Und was ist die EEG Umlage?

EEG ist die Abkürzung für Erneuerbare Energien Gesetz. Dieses Gesetz wird auch als Gesetz zur Förderung des Ausbaus Erneuerbarer Energien bezeichnet.
Der Preis, für den der Netzbetreiber den Strom bei dem Anlagenbetreiber kauft, also die Einspeisevergütung, liegt jedoch meist über dem Preis, der sich am Strommarkt dafür erzielen lässt. Um diese Differenz auszugleichen, gibt es die EEG Umlage. Sie wird von Stromkunden gezahlt und auf der Stromrechnung ausgewiesen. Ihre Höhe wird jedes Jahr zum 15. Oktober neu festgelegt.

Weitere Informationen zur EEG Umlage finden Sie hier.

Wie funktioniert die Einspeisevergütung?

Seit dem Jahr 2000 gibt es eine Solarförderung für Haushalte, die eine Photovoltaikanlage betreiben. Sie profitieren von einem festen Vergütungssatz, den sie pro Kilowattstunde, die sie in das öffentliche Netz einspeisen, erhalten. Am 1. August 2014 kam es zu einer Novelle des Gesetzes zur Förderung Erneuerbarer Energien. Es wurde eine monatliche Kürzung der Solarförderung beschlossen. So betrug die Basisdegression ab diesem Zeitpunkt nicht mehr 1 Prozent, sondern lediglich 0,5%. Ab dem Jahre 2017 gibt es keine vorher definierte Zahl, der Preis wird am Markt ermittelt. Um die Einspeisevergütung zu erhalten, müssen Sie die Aufnahme des Betriebs einer Photovoltaikanlage unverzüglich der Bundesnetzagentur melden.

Gibt es eine so eine Vergütung auch für den Eigenverbrauch?

In der Zeit von 2009 bis 2012 wurde eine Einspeisevergütung für den Eigenverbrauch gezahlt. Sie war vergleichsweise hoch und konnte am Anfang sogar bei 25 Cent pro Kilowattstunde liegen. Seit dem April 2012 gibt es diese Form der Vergütung nicht mehr. Der Grund ist, dass der Gesetzgeber davon ausgeht, dass die meisten Anlagen inzwischen so rentabel arbeiten, dass die Anlagenbetreiber auch dann sparen können, wenn sie für ihren Eigenverbrauch keine Einspeisevergütung mehr erhalten.

Wie hoch ist die aktuelle Einspeisevergütung?

Der Gesetzgeber regelt klar, wie hoch die Vergütung ist. Dabei muss unterschieden werden zwischen Dachanlagen bis 10 kWp, Dachanlagen bis 40 kWp und Dachanlagen bis 100 kWp.

Aktuell (September 2019) gelten folgende Vergütungssätze:

Dachanlagen bis 10 kWp:
• ab 1.9.2019 10,33 Cent / kWh
• ab 1.10.2019 10,18 Cent / kWh

Dachanlagen bis 40 kWp:
• ab 1.9.2019 10,04 Cent / kWh
• ab 1.10.2019 9,90 Cent / kWh

Dachanlagen bis 100 kWp:
• ab 1.9.2019 7,89 Cent / kWh
• ab 1.10.2019 7,78 Cent / kWh

Was bedeutet Degression?

Als Degression wird die Verringerung der Einspeisevergütung im Laufe der Zeit, hier von Monat zu Monat, bezeichnet. Der genaue Wert der Degression wird zu Anfang eines Quartals immer wieder neu festgelegt. Dabei sinkt jedoch nicht die Einspeisevergütung für alle Photovoltaikanlagen, sondern nur für jene, die in Zukunft gebaut werden. Für alle bereits bestehenden Anlagen ist, wie oben erwähnt, die Höhe der Einspeisevergütung ab Inbetriebnahme für 20 Jahre garantiert.

Wonach richtet sich die Höhe der Vergütung?

Bei der Festlegung der Einspeisevergütung kommen verschiedene Faktoren zum Tragen. Es spielt die Art der Anlage, die Größe der Anlage, der Zeitpunkt der Inbetriebnahme sowie der Standort der Photovoltaikanlage eine Rolle. Die wichtigste Voraussetzung, um eine Einspeisevergütung zu erhalten, ist die Meldung der Inbetriebnahme der Photovoltaikanlage, die bei der Bundesnetzagentur zu erfolgen hat. Die Auszahlung der Einspeisevergütung übernimmt der lokale Stromnetzbetreiber, in dessen Netz der von der Photovoltaikanlage erzeugte Strom eingespeist wird.

Welche Alternativen gibt es?

Auch wenn Sie die Einspeisevergütung nicht mehr erhalten, weil entweder die 20 Jahre vergangen sind oder aus anderen Gründen, bedeutet das nicht, dass Sie für Ihren überschüssigen Strom gar keine Vergütung mehr erhalten. Die Anlage kann auch nach den 20 Jahren weiterhin am Netz bleiben und Ihnen bleiben zwei Möglichkeiten, Ihren Strom zu Geld zu machen: Sie können Ihren Strom direkt zu Marktpreisen verkaufen oder Sie verkaufen an einen Dienstleister. Bei der ersten Variante wären Sie selbst Energieversorger, was mit einem gewissen Aufwand und einigen Pflichten verbunden ist. Im anderen Fall können Sie den Strom beispielsweise an Ihre örtlichen Stadtwerke oder andere Stromanbieter verkaufen, die diesen dann als grünen Strom weiter vertreiben.

Habe ich bei einem Betreiberwechsel Anspruch auf eine Einspeisevergütung

Im Allgemeinen kann die Zahlung der Einspeisevergütung fortgeführt werden, wenn der Betreiber wechselt. Dazu müssen allerdings verschiedene Bedingungen erfüllt sein. So ist es dringend nötig, dass der Wechsel des Betreibers der Bundesnetzagentur angezeigt wird. Neben der Meldung wird eine Erklärung zur Übertragung, ein Abrechnungsformular, ein Umsatzsteuerausweis für den Einspeiser sowie eine Erklärung zum Selbstverbrauch benötigt. Nach der Übergabe wird die Einspeisevergütung erst dann an den neuen Betreiber ausgezahlt, wenn alle Formalitäten geregelt sind.

Welche Entwicklungen sind in der Zukunft realistisch?

Grundsätzlich wird die Einspeisevergütung im laufe der Jahre weiter sinken. Zusätzlich sollte jedoch auch beachtet werden, dass nach aktueller Rechtslage, aufgrund des Förderdeckels, die Einspeisevergütung bald komplett entfallen wird. Der Wegfall tritt ein, wenn die Leistung aller geförderten Photovoltaikanlagen 52 Gigawatt überschreitet. Wann dies der Fall ist, ist natürlich davon abhängig, wie viele Haushalte sich in nächster Zeit für eine Photovoltaikanlage entscheiden. Es ist allerdings stark davon auszugehen, dass der Förderdeckel im Jahr 2020 erreicht wird und die Einspeisevergütung dann entfällt.

Fazit

Die Einspeisevergütung stellte in den vergangenen knapp 20 Jahren einen guten Anreiz für private Haushalte dar, eine Photovoltaikanlage zu installieren. So konnte der produzierte Ökostrom entweder selbst genutzt und/oder teilweise in das öffentliche Stromnetz eingespeist werden. Durch die Zahlung einer zu Beginn recht hohen Einspeisevergütung war dies sehr lukrativ. Inzwischen geht die Tendenz jedoch immer mehr zum Eigenverbrauch und heutige Anlagen rechnen sich bereits auch ohne die Vergütung. Trotzdem können gerade diejenigen, die ohnehin momentan eine Anlage planen und diese demnächst bauen möchten, von der zwar mittlerweile geringen aber noch existierenden Einspeisevergütung profitieren.

Sie möchten auch wissen, ob sich Solarstrom vom eigenen Dach lohnen würde? Lassen Sie sich in Sekundenschnelle eine erste Renditeranalyse für Ihren Standort in Deutschland anzeigen.

Hier geht’s zum Solarrechner

Mit Hilfe von Cookies verbessern wir Ihren Besuch bei uns. Weitere Informationen.