Die EEG Umlage: Kompensation im Handel mit Strom aus Erneuerbaren Energien

Die Höhe und die Bedeutung der EEG Umlage ist gesetzlich geregelt. In diesem Zusammenhang spielt das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) eine zentrale Rolle. Wer muss die EEG Umlage zahlen? Wer ist davon befreit? Wer kann Ermäßigungen erhalten? Wie hoch ist die EEG Umlage? Ist sie auch für den Eigenverbrauch zu entrichten? Welche Alternativen könnte es geben? Wie sieht es im europaweiten und weltweiten Vergleich aus? Diese und noch einige weitere Fragen werden in diesem Artikel beantwortet.

Was versteht man unter dem Erneuerbare Energien Gesetz – EEG?

Das Erneuerbare Energien Gesetz wurde im Jahr 2000 aus der Taufe gehoben und fortlaufend aktualisiert. Das Ziel des Gesetzes ist es, die Grundlagen für den Ausbau von erneuerbaren Energien zu schaffen. Sie führten anfangs nur eine Nischenexistenz und wären ohne spezielle gesetzgeberische Maßnahmen kaum in der Lage gewesen, sich gegenüber den etablierten Energieformen durchzusetzen. Inzwischen beträgt der Anteil Erneuerbarer Energien an der gesamten Stromerzeugung in Deutschland rund 35 bis 40 Prozent. Ein weiterer Ausbau ist geplant, bis im Jahre 2050 das Ziel erreicht ist, 80 Prozent der Energie aus alternativen Quellen zu erzeugen.

Die Regierung verpflichtet die örtlichen Stromnetzbetreiber, den Strom zu kaufen, der aus Photovoltaikanlagen, Wasser- oder Windkraftanlagen, Geothermie oder Biomasse erzeugt wird. Der Preis wird für einen Zeitraum von 20 Jahren garantiert. Für den Verkauf an den örtlichen Stromanbieter steht dem Betreiber einer Solaranlage oder einer vergleichbaren Anlage, die erneuerbare Energien erzeugt, eine Einspeisevergütung zu. Der Stromnetzbetreiber verkauft den erhaltenen Strom weiter an der Strombörse. Dabei besteht oftmals das Problem, dass der Preis, der sich an der Börse erzielen lässt, bei weitem nicht dem Preis entspricht, für den der Netzbetreiber den Strom beim Erzeuger erworben hat.

Was ist die EEG Umlage?

Die EEG Umlage soll die Differenz zwischen dem Kauf- und Verkaufspreis für den Netzbetreiber ausgleichen. Bei einer direkten Vermarktung ist eine Marktprämie für den Ausgleich der Differenz zwischen dem an der Börse erzielten Preis und der Einspeisevergütung vorgesehen. 

Im Jahre 2019 liegt die EEG Umlage bei 6,405 Cent pro Kilowattstunde. Sie ist ein Teil des Strompreises, wird als solche auf der Stromrechnung ausgeführt und muss von allen Stromkunden gezahlt werden.

Wie hat sich die EEG Umlage im Laufe der Jahre entwickelt?

Im Jahr 2003 betrug die EEG Umlage lediglich 0,41 Cent pro Kilowattstunde. In den darauffolgenden Jahren ist sie kontinuierlich gestiegen. Das lässt sich anhand der folgenden Zahlen leicht nachvollziehen. 

2008: 1,5 Cent pro Kilowattstunde 

2010: 2,15 Cent pro Kilowattstunde

2014: 6,24 Cent pro Kilowattstunde

2017: 6,88 Cent pro Kilowattstunde

2019: 6,405 Cent pro Kilowattstunde

Wie funktioniert die EEG Umlage?

Die EEG Umlage finanziert die Kosten für den Ausbau des Netzes von erneuerbaren Energien. Diese Kosten sind von den Stromkunden zu tragen. Es handelt sich hierbei um einen Aufpreis für den Strompreis. Der Gesetzgeber hat sich für diese Art der Finanzierung und gegen eine Finanzierung erneuerbarer Energien über Steuern entschieden. Der größte Teil der Einnahmen wird verwendet, um die Differenz zwischen der Einspeisevergütung und dem Börsenpreis für Strom auszugleichen. Erhält der Betreiber einer Photovoltaikanlage zum Beispiel 19 Cent an Einspeisevergütung und erzielt der Netzbetreiber an der Strombörse nur einen Verkaufspreis von 5 Cent, können ihm 14 Cent aus der EEG Umlage erstattet werden.

Wer bezahlt das?

Grundsätzlich ist jeder Kunde, der Strom aus dem Netz bezieht, dazu verpflichtet, je verbrauchte Kilowattstunde eine EEG Umlage zu zahlen. Es gibt von dieser Regelung nur wenige Ausnahmen, zum Beispiel dann, wenn Strom aus Photovoltaikanlagen stammt, die bereits vor dem 1. August 2014 existiert haben. Welche Sonderregelungen zu beachten sind, regelt das Erneuerbare Energien Gesetz EEG.

Wird eine Umlage für Eigenverbrauch fällig?

Wird aus einer Photovoltaikanlage Strom für den Eigenverbrauch entnommen, muss auch dafür eine EEG Umlage gezahlt werden. Diese Regelung wurde im Jahre 2014 eingeführt und ist auch als Sonnensteuer bekannt geworden. Die EEG Umlage für den Eigenverbrauch beträgt 40 Prozent der regulären Höhe.

Was sind die Einflussfaktoren auf die Höhe der EEG Umlage?

Auf der Grundlage des Erneuerbare Energien Gesetzes sowie der Erneuerbare Energie Verordnung wird die Höhe der Umlage jedes Jahr neu festgelegt. Der Stichtag für die Festlegung ist der 15. Oktober. Es gibt verschiedene Faktoren, die darauf Einfluss haben. So beziehen die Übertragungsnetzbetreiber die Ergebnisse etablierter Forschungsinstitute sowie wissenschaftlich gestützte Prognosen zu den erwarteten Ausgaben und Vergütungen, Marktprämien, zu Anlagebeständen und Einnahmen sowie die Höhe des umlagerelevanten Stromverbrauchs ein. Des weiteren spielt der Stand des EEG Kontos sowie die Höhe der vorhandenen Liquiditätsreserve eine wichtige Rolle.

Wer ist davon befreit?

Befreit sind insbesondere Großverbraucher und energieintensive Unternehmen. Sie sollen nicht mit den Kosten durch den Ausbau erneuerbarer Energien belastet werden. Außerdem gibt es Großkunden, die zwar keine Befreiung, aber eine Ermäßigung der EEG Umlage in Anspruch nehmen können. Voraussetzung dafür ist, dass der gesamte Stromverbrauch des Unternehmens im Jahr vor der Ermäßigung mindestens 10 Gigawattstunden betragen hat. Ermäßigungen gibt es auch für Unternehmen, in denen die Stromkosten mindestens 14 Prozent der Bruttowertschöpfung betragen.

Welche Nachteile und Probleme gibt es im Zusammenhang mit der EEG Umlage?

Im allgemeinen fällt die Bilanz sehr positiv aus. Es gibt aber auch einige wenige Nachteile. So werden kleinere Haushalte oder kleine bis mittlere Unternehmen durch die EEG Umlage belastet, während große Unternehmen ganz oder teilweise davon befreit sind. 

Welche Alternativen gibt es?

Es wäre eine Abgabe für fossile Energieträger denkbar. Die Abgabe würde pro Tonne erfolgen und richtete sich nach dem Bedarf für die EEG Umlage. Eine nicht energiebezogene Abgabe über den Bundeshaushalt, bei der die Abgabe nicht an den Verbrauch von Energieträgern gekoppelt ist, wäre ebenfalls denkbar. 

EEG Umlage in anderen Ländern

Deutschland diente vielen anderen Ländern als Vorbild für die Einführung einer EEG Umlage sowie einer Einspeisevergütung. Insgesamt gibt es ungefähr 140 Länder, in denen vergleichbare Regelungen existieren.

Fazit

Die EEG Umlage wurde im Jahr 2000 mit dem Ziel eingeführt, die Einführung von Erneuerbaren Energien auf dem Strommarkt zu fördern. Dies ist größtenteils gelungen, denn der Anteil an Erneuerbaren Energien steigt ständig. Ein Kritikpunkt könnte sein, dass die EEG Umlage vor allem kleinere und mittlere Unternehmen oder private Haushalte trifft, während große Unternehmen davon befreit sind.


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