Die EEG-Umlage: Kompensation im Handel mit Strom aus erneuerbaren Energien

Update 2022: Zum 1. Juli 2022 fÀllt die EEG-Umlage weg!

Die EEG-Umlage wurde im Jahre 2000 mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) beschlossen und finanziert seitdem den Ausbau erneuerbarer Energien.

Doch was ist eigentlich die EEG-Umlage? Wer muss sie zahlen? Wer ist davon befreit? Wie hoch ist die EEG-Umlage aktuell? Ist sie auch beim Eigenverbrauch zu entrichten? Und wie sieht es im europaweiten und weltweiten Vergleich aus?

Diese und weitere Fragen beantworten wir Dir in diesem Artikel.



Was ist das Erneuerbare-Energien-Gesetz – EEG?

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz wurde im Jahr 2000 aus der Taufe gehoben und seitdem fortlaufend aktualisiert. Das Ziel des Gesetzes ist es, die Grundlagen fĂŒr den Ausbau von erneuerbaren Energien zu schaffen. Sie fĂŒhrten anfangs nur eine Nischenexistenz und wĂ€ren ohne spezielle gesetzgeberische Maßnahmen kaum in der Lage gewesen, sich gegenĂŒber den etablierten Energieformen durchzusetzen.

Inzwischen betrÀgt der Anteil erneuerbarer Energien an der gesamten Stromerzeugung in Deutschland rund 35 bis 40%. Ein weiterer Ausbau ist geplant, bis im Jahre 2050 das Ziel erreicht ist, 80% der Energie aus alternativen Quellen zu erzeugen.

Das EEG verpflichtet die örtlichen Stromnetzbetreiber, den Strom zu kaufen, der aus Photovoltaikanlagen, Wasser- oder Windkraftanlagen, Geothermie oder Biomasse erzeugt wird. Die Netzbetreiber zahlen dafĂŒr eine EinspeisevergĂŒtung an die Betreiber*innen entsprechender Anlagen. Die Höhe der VergĂŒtung ist abhĂ€ngig vom Zeitpunkt der Inbetriebnahme der jeweiligen Anlage und gilt fĂŒr einen Zeitraum von 20 Jahren.

Der Stromnetzbetreiber verkauft den Strom dann weiter an der Strombörse. Das Problem ist, dass der Preis, der sich an der Börse erzielen lĂ€sst, oft niedriger ist als der Preis, fĂŒr den der Netzbetreiber den Strom erworben hat. Hier kommt die EEG-Umlage ins Spiel.

Was ist die EEG-Umlage?

Die EEG-Umlage soll die Differenz zwischen dem Kauf- und Verkaufspreis erneuerbaren Stroms fĂŒr den Netzbetreiber ausgleichen.

Zu diesem Zweck bekommen die Übertragungsnetzbetreiber den Differenzbetrag erstattet.

Beispiel: ErhĂ€lt der Betreiber einer Photovoltaikanlage 7 Cent an EinspeisevergĂŒtung und erzielt der Netzbetreiber an der Strombörse nur einen Verkaufspreis von 4 Cent, können ihm 3 Cent aus der EEG-Umlage erstattet werden.

Als alternative Maßnahme zu einer Besteuerung hat die EEG-Umlage damit den Ausbau erneuerbarer Energien finanziert.

Ab dem 1. Juli 2022 fĂ€llt die EEG-Umlage weg. Die EinnahmeausfĂ€lle, die den Netzbetreibern hierdurch entstehen, werden laut Bundesregierung aus dem Sondervermögen des Bundes „Energie- und Klimafonds“ (EKF) erstattet.

Welche Faktoren bedingen die Höhe der EEG-Umlage?

Auf der Grundlage des EEG sowie der Erneuerbare-Energien-Verordnung (EEV) wurde die Höhe der EEG-Umlage jedes Jahr neu festgelegt. Der Stichtag fĂŒr die Festlegung war bislang der 15. Oktober.

Verschiedene Faktoren spielten bei der Festlegung der Höhe der Umlage eine Rolle. So berĂŒcksichtigten die Übertragungsnetzbetreiber die Ergebnisse etablierter Forschungsinstitute sowie wissenschaftlich gestĂŒtzte Prognosen zu den erwarteten Ausgaben und VergĂŒtungen, AnlagebestĂ€nden und Einnahmen sowie die Höhe des umlagerelevanten Stromverbrauchs. Außerdem war der Stand des EEG-Kontos sowie die Höhe der vorhandenen LiquiditĂ€tsreserve entscheidend.

Wie hat sich die EEG-Umlage im Laufe der Jahre entwickelt?

Im Jahr ihrer EinfĂŒhrung betrug die EEG-Umlage deutlich weniger als einen Cent pro Kilowattstunde. In den darauffolgenden Jahren stieg sie kontinuierlich an, bis sie 2017 ihr Maximum mit 6,88 Cent pro Kilowattstunde erreichte. Zuletzt nahm sie wieder deutlich ab und betrug 2022 3,72 Cent pro Kilowattstunde. Zum 1. Juli 2022 wird die EEG-Umlage abgeschafft.

So hat sich die EEG-Umlage seit ihrer EinfĂŒhrung entwickelt.

Wer bezahlt die EEG-Umlage?

Der Differenzbetrag fĂŒr die Netzbetreiber wurde bisher mittels EEG-Umlage auf die Stromverbraucher umgelegt: Sie war Teil des Strompreises und tauchte somit auch auf Deiner Stromrechnung auf. 

Bisher war somit jeder Kunde, der Strom aus dem Netz bezieht, dazu verpflichtet, je verbrauchte Kilowattstunde eine EEG-Umlage zu zahlen. Es gab von dieser Regelung nur wenige Ausnahmen, zum Beispiel fĂŒr Photovoltaikanlagen, die bereits vor dem 1. August 2014 existierten.

Wie oben erwĂ€hnt, wird mit der Abschaffung der EEG-Umlage zum 01.07.2022 der Differenzbetrag fĂŒr die Netzbetreiber aus Sondervermögen des Bundes finanziert.

Wer ist davon befreit?

Befreit waren insbesondere Großverbraucher und energieintensive Unternehmen. Sie sollten nicht mit den Kosten durch den Ausbau erneuerbarer Energien belastet werden. Außerdem gab es Großkunden, die zwar keine Befreiung, aber eine ErmĂ€ĂŸigung der EEG-Umlage in Anspruch nehmen konnten. Voraussetzung dafĂŒr war, dass der gesamte Stromverbrauch des Unternehmens im Jahr vor der ErmĂ€ĂŸigung mindestens 10 Gigawattstunden betrug. ErmĂ€ĂŸigungen gab es bislang auch fĂŒr Unternehmen, in denen die Stromkosten mindestens 14% der Bruttowertschöpfung betragen.

Wird eine Umlage fĂŒr Eigenverbrauch fĂ€llig?

Wird aus einer Photovoltaikanlage Strom fĂŒr den Eigenverbrauch entnommen, musste bisher auch dafĂŒr eine EEG-Umlage gezahlt werden. Diese Regelung wurde im Jahre 2014 eingefĂŒhrt und ist auch als Sonnensteuer bekannt. Die EEG-Umlage fĂŒr den Eigenverbrauch betrĂ€gt 40% der regulĂ€ren Höhe. Da die EEG-Umlage aktuell bei 3,723 Cent liegt, mĂŒssen bis zum Wegfall ca. 1,488 Cent pro Kilowattstunde Eigenverbrauch abgetreten werden.

SpÀtestens zum 1. Januar 2023 soll laut Gesetzesentwurf zum EEG 2023 auch die Umlage auf den Eigenverbrauch wegfallen.

Welche Nachteile hat die EEG-Umlage?

Im allgemeinen fĂ€llt die Bilanz sehr positiv aus. Es gibt aber auch einige wenige Nachteile. So werden kleinere Haushalte oder kleine bis mittlere Unternehmen durch die EEG-Umlage belastet, wĂ€hrend große Unternehmen ganz oder teilweise davon befreit sind. 

Welche Alternativen gibt es?

Es wĂ€re eine Abgabe fĂŒr fossile EnergietrĂ€ger denkbar. Die Abgabe wĂŒrde pro Tonne erfolgen und richtete sich nach dem Bedarf fĂŒr die EEG-Umlage. Eine nicht-energiebezogene Abgabe ĂŒber den Bundeshaushalt, bei der die Abgabe nicht an den Verbrauch von EnergietrĂ€gern gekoppelt ist, wĂ€re ebenfalls denkbar. 

EEG-Umlage in anderen LĂ€ndern

Deutschland diente vielen anderen LĂ€ndern als Vorbild fĂŒr die EinfĂŒhrung einer EEG-Umlage sowie einer EinspeisevergĂŒtung. Insgesamt gibt es ungefĂ€hr 140 LĂ€nder, in denen vergleichbare Regelungen existieren.

Fazit

Die EEG-Umlage wurde im Jahr 2000 mit dem Ziel eingefĂŒhrt, die Etablierung von erneuerbaren Energien auf dem Strommarkt zu fördern. Dies ist grĂ¶ĂŸtenteils gelungen, denn der Anteil an erneuerbaren Energien steigt stĂ€ndig. Zum 1. Juli 2022 fĂ€llt die EEG-Umlage weg.


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