Förderprogramme und Finanzierung Photovoltaik

Der Kauf einer Solaranlage ist eine langfristige Entscheidung. Auch bei einem positiven Ausblick auf eine ordentliche Rendite kann es sich lohnen einen Blick auf Förder- und Finanzierungsmodelle von Bund und Banken zu werfen. In diesem Artikel finden Sie seriöse und lohnenswerte Möglichkeiten zur Finanzierung und Subvention für Photovoltaik-Anlage und Batteriespeicher.

Kurz und knapp

  • staatliche Förderungen von Solaranlagen und Energiespeicher über zwei Programme der KfW-Bankengruppe möglich, die Anträge werden über die Hausbank gestellt
  • bei der Bezuschussung von oder Kreditvergabe für Solarspeichern ist meistens eine eingeschränkte Einspeisung von PV-Strom ins öffentliche Netz Bedingung
  • Bundesländern steht es frei eigene Solarprogramme zur Verfügung zu stellen, zur Zeit gibt es solche Fördermaßnahmen in Thüringen, Sachsen, Brandenburg und Baden-Württemberg
  • neben nicht zweckgebundene Krediten können auch spezielle Bausanierungskredite und -programme privater Banken für Photovoltaik genutzt werden, beispielsweise von der Targobank, Schwäbisch Hall und ING DiBa

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Staatliche Förderungen für Solaranlagen

Von der staatlichen KfW-Bankengruppe gibt es das bundesweite Förderprogramm “Erneuerbare Energien 270” für zinsgünstige Finanzierungen von Photovoltaikanlagen. Um das Programm in Anspruch zu nehmen muss die eigene Solaranlage länger als zwölf Monate am Netz sein. Für die PV-Anlagen werden neben den Materialkosten auch die Ausgaben für Planung, Projektbetreuung und Installation der Anlage gefördert. Bei bereits bestehende Photovoltaikanlagen gilt: Sind sie kürzer als ein Jahr am Netz oder erhöht sich ihre Leistung durch Modernisierungsmaßnahmen, können auch alte Anlagen durch günstige Kredite unterstützt werden. Mit einer Laufzeit von fünf bis zwanzig Jahren und einem effektiven Jahreszins von bestenfalls 1,26 Prozent ist der Förderkredite der KfW-Bank eine attraktive Möglichkeit, sich den Traum der eigenen PV-Anlage zu erfüllen. Der Antrag wird über die eigene Hausbank gestellt, die dann abschließend nochmal die Bonität des Antragstellers prüft. 

Zuschüsse der KfW-Bank für Batteriespeicher

Zinsgünstige Kredite für Solarspeicher gibt es über das Programm “Erneuerbare Energien 275”. Gefördert werden Batteriespeicher, die in PV-Systeme mit bis zu 30 Kilowatt Leistung integriert werden sollen. Die Solaranlage muss mindestens fünf Jahre in Betrieb sein und einen deutschen Standort haben. Ähnlich wie beim Kredit “Erneuerbare Energie 270” muss die Förderung über die Hausbank angefragt werden. Wer dieses Jahr (2018) einen Antrag einreicht, bekommt 10% der Kosten für Kauf und Installation des Speichers bezuschusst. Übersteigen die Kosten für den Speicher 2000 Euro, werden pro 1 Kilowatt Leistung der Solaranlage maximal 200 Euro bezuschusst. Bei Nachrüstung an einer bestehenden Anlage liegt der Fördersatz bei 220 Euro pro Kilowatt. Wichtig zu beachten: Bei dem Förderprogramm für Solarspeicher dürfen nur 50% der maximalen Stromleistung ins öffentliche Netz eingespeist werden. Die Regelung geschieht automatisch und wird vom Netzbetreiber über den Wechelrichter gesteuert. Ist die Anlage ideal nach den jeweiligen Bedürfnissen ausgelegt dürfte diese Regelung aber nicht dazu führen, dass Strom nicht verwendet und umsonst produziert wird. Das Programmm der KfW-Bank läuft Ende 2018 aus - Anträge müssen also per Eingangsstempel zum Ende Dezember 2018 eingegangen sein. 

Länderweite Fördermöglichkeiten für PV-Anlagen und Speicher

Bundesländern können einzeln entscheiden, ob sie die Produktion von Solarstrom und die Installation von PV-Systemen fördern. In folgenden Bundesländern stehen Förderprogramme zur Verfügung:

Thüringen bezuschusst die Investitionskosten für einen Speicher mit bis zu 20% - egal ob bei bestehenden oder neu zu installierenden Aufgaben. Der Strom der Photovoltaikanlage muss aber zu 60 Prozent selbst verbraucht werden bzw. nur 40 Prozent dürfen eingespeist werden und die Garantie für den Speicher muss bei mindestens acht Jahren liegen. Das Programm nennt sich “Solar Invest” und läuft über die Thüringer Aufbaubank.  

Das Förderprogramm “InES4” der Sächsischen Aufbaubank in Sachsen ist seit Mitte 2018 auf Stand-By (nimmt keine neuen Anträge mehr an) und unterstützt die Integration von Speichern in Solarsysteme. Voraussetzungen sind mindestens zwei Kilowattstunden Kapazität der Solarbatterie und eine maximale Einspeisung des produzierten Solarstroms ins öffentliche Netz von 50%. Gefördert werden Blei- oder Lithium-Ionen Akkus mit bis zu 40 Prozent der Infestitions-, Mess- und Steuereinrichtungskosten, die maximale Fördersumme liegt bei 20.000 Euro.  

Brandenburg unterstützt mit dem Programm "1000 Speicher" die Installation von Solarspeichern ab 2 kWh für Privathaushalte. Lieferung, Installation und Materialkosten werden mit bis zu 50% bezuschusst, maximal aber mit 7000 Euro. Anträge können über das Kundeportal der ILB bis zum Auslaufdatum Ende 2022 gestellt werden.

Baden-Württemberg stellt einen Investitionszuschuss der Landeskreditbank für Batteriespeicher zur Verfügung. Im August 2018 erhöhte das Land die Förderung von 1 Millionen Euro auf 4,35 Millionen. Der Akku muss mindestens 5 Jahre Strom speichern. Das Programm läuft Ende 2019 aus und die Zuschüsse betragen für bis zu 30 Kilowatt Leistung 300 Euro pro Kilowattstunde Kapazität, für leistungsstärkere Geräte 400 Euro. Ab 2019 sinken die Zuschüsse um 100 Euro pro Kilowattstunde. 

Förderungen von privaten Banken

Die KfW-Bank bietet neben den oben genannten Förderprogrammen auch Kredite zu verschiedenen Konditionen für die Nettoinvestitionskosten der PV-Anlage an. Beantragt werden diese über die eigene Hausbank. Sollte für die Installation einer Solaranlage eine Dachsanierung notwendig sein, kann dafür auch eine Kreditsumme beantragt werden. Besonderheit: Bis zu drei tilgungsfreien Jahre am Anfang und der Kredit muss vor Projektrealisierung beantragt werden. 

Die ING DiBaTargobank und Schwäbisch Hall bieten Modernisierungskredite für Wohneigentum mit der Möglichkeit zur Sondertilgung. Spezielle Solarkredite gibt es von der DKB und der GLS Bank.