Eine Solaranlage dient in erster Linie der eigenen und unabhängigeren Stromversorgung. Energie, die dann über den Eigenbedarf hinaus produziert wird, kann entweder gespeichert oder ins öffentliche Stromnetz gegeben werden. Dafür erhält der Betreiber der Photovoltaikanlage eine auf 20 Jahre garantierte Einspeisevergütung. Die Einspeisung geschieht über eine von zwei Möglichkeiten der Einspeiseregulierung, denn nicht jeder Haushalt kann ohne Limit unserem Verbundnetz Strom zuführen. Die Erneuerbaren Energien müssen finanziert und gefördert werden, unter anderem mit der sogenannten EEG-Umlage. Wir klären, welche Einspeiseregulierungen es für Solarstrom-Systeme gibt, welche Vor- und Nachteile diese mit sich bringen, wie hoch die Einspeisevergütung zur Zeit ist und wie die EEG-Umlage berechnet wird.

Wie funktioniert die Einspeisung ins öffentliche Netz?

Speist man nicht gebrauchte Energie ins örtliche Netz ein, bekommt man diesen fest für die nächsten 20 Jahre vergütet. Wünschenswert wäre an dieser Stelle natürlich, wenn man den gesamten, nicht benötigten Strom einer Solaranlage einspeisen könnte. Um aber einer Überlastung des Stromnetzes vorzubeugen, müssen sich alle Energieerzeuger - und eben auch kleine Photovoltaikanlagen von Privathaushalten - an die Anforderungen der Einspeiseregulierung halten. Für Besitzer eines Solarstrom-Systems bedeutet das konkret: Vor der Inbetriebnahme der Anlage müssen Sie sich für eine von zwei Möglichkeiten zur Einspeisebegrenzung entscheiden.

Die 100%-Regelung bzw. das Einspeisemanagement

Bei einer 100%-Einspeisung darf der Besitzer einer Photovoltaikanlage theoretisch unbegrenzt Strom ins örtliche Netz einspeisen und erhält für seinen gesamten, nicht genutzten Strom die staatlich garantierte Einspeisevergütung. Zur Sicherheit muss aber ein so genannter Funksteuerempfänger in die Anlage integriert werden, der im Notfall von zentraler Stelle des Netzbetreibers aus angesteuert werden kann, um die Einspeisung Ihres Solarstroms zu unterbrechen. Der Nachteil des Einspeisemanagements liegt in der Anschaffungs- und Installationskosten der Hardware.

Die 70%-Regelung

Entscheiden Sie sich für die 70%-Regelung, dürfen Sie nur 70% der Nennleistung Ihrer Solaranlage ins örtliche Netz einspeisen, d.h. ab 70% wird die Einspeisung am Netzverknüpfungspunkt unterbrochen. Dies geschieht entweder durch eine Voreinstellung am Wechselrichter oder dynamisch in Kombination mit einem Energieflussrichtungssensor. In der Theorie erhält man also weniger Einspeisevergütung als beim 100% Einspeisemanagement. Wichtig ist, dass es sich bei den 70% um die Nennleistung der Anlage handelt, nicht um den tatsächlich produzierten Strom. Konkret bedeutet das, dass nach Abzug des Eigenbedarfs in der Regel nie mehr als 70% Nennleistung an Strom übrig bleiben und aus diesem Grund sozusagen 100% des Stroms eingespeist werden kann. Die nötige Einstellung am Wechselrichter ist günstig und einfach, auch ein Energieflussrichtungssensor ist in der Anschaffung immer noch günstiger als ein Funksteuerempfänger und ist bei einer Solarstromanlage mit Energiespeicher sowieso schon vorhanden. Der Vorteil des Richtungssensors ist, dass nicht schon am Wechselrichter die Nutzung des Stroms bei 70% der Nennleistung abriegelt, sondern erst nach Abzug des Eigenbedarfs.

Was genau ist die EEG-Umlage?

Der Ausbau und die Förderung der Erneuerbaren Energien muss finanziert werden. Der Betreiber, der seinen überschüssigen Solarstrom ins öffentliche Netz einspeist, erhält eine durch das EEG festgelegte Einspeisevergütung von Übertragungsnetzbetreiber. Dieser verkauft den Strom anschließend an der Strombörse, allerdings zu einem geringeren Preis. Der Differenzbetrag wird dem Übertragungsnetzbetreiber erstattet und auf alle Stromendverbraucher umgelegt. Auf der Stromrechnung ist dieser Posten als EEG-Umlage gekennzeichnet und beträgt aktuell (2018) 6,79 Cent/kWh. Nur in wenigen Ausnahmen gibt es Abweichungen der EEG-Umlage, zum Beispiel für sehr stromkostenintensive Unternehmen oder für den Bahnverkehr ab 2 Gigawattstunden Stromverbrauch.

Entwicklung der EEG Umlage für Privatkunden in Deutschland

Sie möchten auch wissen, ob sich Solarstrom vom eigenen Dach lohnen würde? Lassen Sie sich in Sekundenschnelle eine erste Renditeranalyse für Ihren Standort in Deutschland anzeigen.

Hier geht’s zum Solarrechner